Energiepreise unter Spannung, Wasserstoff-Offensive und neue Signale aus Deutschland - der Podcast für den Energiemarkt
Shownotes
Energiepreise unter Spannung, Wasserstoff-Offensive und neue Signale aus Deutschland
Die Energiemärkte bleiben nervös: Hoffnung auf Gespräche zwischen den USA und dem Iran trifft auf die Angst vor einer neuen Eskalation. Was bedeutet das für Brent, Gasöl, Erdgas und Strompreise in Europa? Im heutigen EiD Morning Briefing ordnen wir die wichtigsten Marktbewegungen ein.
Im Fokus stehen die Einschätzungen von ING, Reuters und Vertis. Dazu schauen wir auf die Rolle von Gassco bei den norwegischen Gaslieferungen sowie auf aktuelle Wetterdaten von Eurowind, die den Strommarkt und die Nachfrage nach Gas beeinflussen.
Außerdem: Rückenwind für den Offshore-Ausbau in Deutschland. Die geplante Tonnagesteuer soll Reedereien entlasten und Investitionen im Windsektor stärken. Unterstützt wird der Vorstoß von der Stiftung Offshore Windenergie und dem Bundesverband Windenergie (BWE).
Ein strategischer Meilenstein kommt aus Polen: Gaz-System wird als erster zertifizierter Wasserstoffnetzbetreiber Europas genannt. Gemeinsam mit Orlen setzt das Land auf den schnellen Ausbau seiner Wasserstoffwirtschaft.
Innenpolitisch sorgt die Reform des Energieeffizienzgesetzes für Streit. Die Deneff warnt vor einer Abschwächung zentraler Effizienzvorgaben – mit möglichen Folgen für Wirtschaft, Kommunen und Investitionen.
Auch die Wärmewende macht Fortschritte: In Bremen planen SWB AG und Brestadt GmbH neue Fernwärmeanschlüsse für ein Innenstadtquartier.
Und beim Rückbau der Kernenergie gibt es einen Meilenstein: Preussen Elektra meldet das ehemalige Kernkraftwerk Grohnde als brennstofffrei.
💡 Diese Folge liefert Ihnen die wichtigsten Entwicklungen zu Märkten, Unternehmen und Energiepolitik – kompakt, verständlich und auf den Punkt.
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00:00:00: Guten Morgen und herzlich willkommen zum EID-Morning Briefing am Donnerstag, den, der, den.
00:00:08: Heute schauen wir auf die Energiemärkte zwischen Hoffnung und Nervosität.
00:00:13: Im Mittelpunkt steht weiter der Konflikt zwischen den USA und dem Iran mit direkten Folgen für Öl-, Gas-, Strom- und CO².
00:00:22: Außerdem geht es um neue Impulse beim Offshore Windausbau in Deutschland Einen bemerkenswerten Wasserstoffschritt in Polen streit um das Energieeffizienzgesetz, fernwärme Pläne in Bremen und einen wichtigen Rückbau Meilenstein im ehemaligen Kernkraftwerk Gronde.
00:00:40: Schön dass Sie dabei sind!
00:00:42: Beginnen wir mit dem Thema das aktuell fast alles überlagert – die geopolitische Lage im Nahen Osten.
00:00:48: Kurz vor dem Auslaufen der vierzehntägigen Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist unklar, ob neue Gespräche zustande kommen.
00:00:58: Medienberichten US-Vizepräsident Vance halte sich für eine Reise nach Islamabad bereit.
00:01:04: Offiziell bestätigt wurde das aber zunächst nicht.
00:01:07: Auch aus Tehran kamen keine klaren Zusagen.
00:01:11: Die Märkte reagierten zunächst mit Erleichterung.
00:01:14: Strom und Gas gaben am Morgen etwas nach weil auf Diplomatie gehofft wurde.
00:01:19: Doch je länger konkrete Signale ausbleiben Desto stärker kehrt die Unsicherheit zurück.
00:01:25: Und mit ihr steigen die Preise wieder!
00:01:28: Das zeigt einmal mehr.
00:01:30: Energiepreise hängen nicht nur von Wetter, Angebot und Nachfrage ab sondern oft auch von politischen Minutenmeldungen.
00:01:37: Ein einziges Statement kann derzeit mehr bewegen als manche Fundamentaldaten.
00:01:43: Kommen wir zum Ölmarkt.
00:01:45: Der Brent-Preis für Juni viel am Mittag leicht auf rund Rundneunzig US Dollar.
00:01:50: einundneinzig je Barrel Gasöl, also ein wichtiger Vorproduktmarkt für Diesel- und Heizöl, zog dagegen deutlich an auf Eintausend-Siebenundzwanzig US-Dollar je Tonne.
00:02:03: Die Analysten der ING sprechen davon, dass ein tragfähiger Ausweg gesucht werde um Energielieferungen durch die Straße von Hormus dauerhaft zu sichern – das ist entscheidend!
00:02:15: Denn durch diese Mehrenge läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels.
00:02:20: Gleichzeitig warnte US-Präsident Trump, dass ohne Einigung neue Angriffe auf iranische Infrastruktur möglich sein.
00:02:28: Mit anderen Worten die Hoffnung auf Frieden ist da aber sie ist fragil.
00:02:33: Für Verbraucher bedeutet das.
00:02:35: Die Ölpreise bleiben hoch sensibel.
00:02:38: Wer auf sinkende Heizöl oder Kraftstoffpreise setzt braucht derzeit starke Nerven.
00:02:44: Schauen wir auf den CO² Markt.
00:02:47: Die Preise für Emissionszertifikate gaben nach.
00:02:50: Der Kontrakt Dezember-Zweitausendsechsundzwanzig fiel auf seventy vier Euro, Vier und Achtzig je Tonne.
00:02:58: Das Handelsvolumen blieb schwach.
00:03:01: Hintergrund ist laut Marktbeobachtern die Sorge vor einem starkflationsähnlichen Umfeld in Europa.
00:03:07: Also höhere Energiepreise steigende Inflation aber schwächeres Wachstum.
00:03:13: Kein schönes Szenario.
00:03:15: Wenn Industrie und Wirtschaft schwächeln, sinkt meist auch die Nachfrage nach CO-Zweizertifikaten.
00:03:22: Spannend ist aber die Gegenseite – sollte es tatsächlich zu einem Ende des Konflikts zwischen USA und Iran kommen, könnten Öl und Gaspreise deutlich nachgeben.
00:03:33: Das würde die Konjunktur entlasten und tendenziell wieder mehr Nachfragen nach Zertifikanten erzeugen.
00:03:40: Man sieht daran sehr schön!
00:03:42: Der CO-Zweimarkt ist längst kein Nischenthema mehr.
00:03:47: Er reagiert inzwischen fast wie ein klassischer Makromarkt.
00:03:51: Zusätzliche Unterstützung könnte von der Wetterseite kommen.
00:03:55: Das US-Wettermodell erwartet ab Samstag deutlich unterdurchschnittliche Temperaturen in Nordwesteuropa und Deutschland.
00:04:03: Teilweise sollen die Werte vier bis fünf Grad unter dem saisonalen Durchschnitt liegen.
00:04:09: Wer also die Winterjacke schon eingemottet hat, vielleicht noch nicht zu weit nach hinten legen.
00:04:14: Kälteres Wetter bedeutet häufig mehr Heizbedarf, höhere Stromnachfrage und damit zusätzliche Impulse für Gas- und CEO zwei Märkte.
00:04:24: Bleiben wir beim Gas!
00:04:26: Der Frontmonat Mai am niederländischen TTF stieg auf € Ging es nach oben auf € forty-euro sechzig.
00:04:40: Neben der geopolitischen Unsicherheit stützt vor allem das Angebot.
00:04:44: Der norwegische Netzbetreiber Gasco meldete wegen geplanter Wartungen deutlich geringere Gasflüsse.
00:04:51: Die Exporte sollen sich zwar bald normalisieren, kurzfristig sorgt das aber für Nervosität.
00:04:57: Norwegen bleibt für Europa einer der wichtigsten Lieferanten.
00:05:01: Deshalb schaut der Markt auf jede Wartung fast so aufmerksam wie früher, auf OPEC-Sitzungen.
00:05:07: Nun zum Strommarkt.
00:05:08: Der deutsche OOTC-Strommarkt zeigte sich überwiegend leichter.
00:05:13: Der Day Ahead Basepreis fiel auf neunundsebzig Euro je megawattstunde.
00:05:19: Besonders deutlich ging es im Peakload Bereich nach unten.
00:05:22: Grund dafür ist vor allem die erwartete stärkere Einspeisung erneuerbarer Energien.
00:05:28: Für Mittwoch rechnen Meteorologen mit knapp twenty- acht, neun Gigawatt Wind und Solarleistung.
00:05:35: Für Samstag könnten es sogar mehr als viertfünfundvierzig Gigawatte werden – und das hat spürbare Folgen!
00:05:42: An der Börse waren die Strompreise am Dienstag zwischen zehn Uhr viertundvierzig und sechzehn Uhr vierzig durchgehend negativ.
00:05:50: Der tiefste Viertelstundenpreis lag bei minus achtundzwanzig Euro sechsunddreißig.
00:05:56: Negativpreise sind inzwischen fast schon ein Symbol für die neue Energiewelt.
00:06:01: Viel Wind, viel Sonne aber noch zu wenig Flexibilität im System.
00:06:06: Das heißt konkret – Speicher, steuerbare Nachfrage, Netzausbau und flexible Kraftwerke werden immer wichtiger.
00:06:14: Sonst verschenken wir günstige Energie oder zahlen sogar drauf!
00:06:18: Kommen wir zu einem industriepolitisch wichtigen Thema Offshore-Wind.
00:06:23: Die Bundesregierung will Transporte zu Offshore-Anlagen künftig über eine Tonnagepauschale statt über die reguläre Gewerbesteuer behandeln.
00:06:32: Verbände sprechen von einer Entlastung der Räder um rund dreißig Prozent.
00:06:37: Bisher galt Deutschland im europäischen Vergleich als Standortnachteil.
00:06:42: andere Länder nutzen dieses Modell längst, die Folge ausländische Schiffe kamen häufiger zum Einsatz.
00:06:49: deutsche Anbieter wichen auf Hefen im Ausland aus.
00:06:53: Die Branche begrüßt den Schritt deshalb ausdrücklich.
00:06:56: Denn es geht nicht nur um Schiffe, sondern um Wertschöpfung Jobs Wartung Hafenlogistik und industrielle Kompetenz.
00:07:05: Wenn Deutschland Offshore Wind massiv ausbauen will muss auch die maritime Infrastruktur wettbewerbsfähig sein.
00:07:13: Ohne Service Logistik kein Windpark.
00:07:16: So einfach ist das!
00:07:17: Schauen wir nach Polen.
00:07:19: Dort wurde mit Gassystem nach EU-Angaben der erste zertifizierte Wasserstoffnetzbetreiber Europas geschaffen.
00:07:27: Ein bemerkenswerter Schritt!
00:07:29: Polen will damit Investitionen beschleunigen und sich im Wasserstoffmarkt strategisch positionieren.
00:07:36: Der Energiekonzern Orlen plant bis zwei Tausendfünfunddreißig rund neunhundert Megawatt Wasserstoffproduktionskapazität.
00:07:45: Das ist besonders interessant, weil Polen bisher stark von Kohle geprägt ist.
00:07:50: Gerade deshalb hat dieser Schritt Signalwirkung – selbst klassische Fossilstandorte bauen ihre Zukunftsoptionen auf.
00:07:58: Wasserstoff bleibt zwar wirtschaftlich herausfordernd aber Infrastrukturentscheidungen wie diese zeigen der Markt formiert sich.
00:08:07: nun zum Streit um das Energieeffizienzgesetz.
00:08:11: die deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz Kurz Denev kritisiert den aktuellen Entwurf zur Novellierung scharf.
00:08:19: Der Vorwurf, zentrale Steuerungsmechanismen würden ausgehöhlt.
00:08:24: Kritisiert werden unter anderem geringere Pflichten für öffentliche Einrichtungen höhere Schwellenwerte für Unternehmen und weichere Regeln bei Abwärme oder Rechenzentren.
00:08:35: Die Denef warnt Deutschland werde dadurch abhängiger von teuren Energieimporten.
00:08:41: Das Thema ist politisch heikel Denn Effizienz klingt oft unspektakulär, ist aber volkswirtschaftlich enorm wirksam.
00:08:50: Jede eingesparte Kilowattstunde muss nicht erzeugt, importiert oder bezahlt werden.
00:08:56: Man könnte sagen – Effizience ist die Energiequelle, die man nichts sieht!
00:09:01: Ein kurzer Blick nach Bremen.
00:09:04: Dort planen die SWB und die städtische Entwicklungsgesellschaft Brichstadt den Fernwärmeanschluss weiterer Neubauten in der Innenstadt.
00:09:13: Das Quartier Bremerhof soll künftig angebunden werden.
00:09:17: Geplant ist ein Konzept namens Fernwärme Plus, bei dem Wärme- und Kälteversorgung kombiniert werden.
00:09:24: Überschüssige Wärmen aus Kühlprozessen könnte ins Fernwörmennetz eingespeist werden.
00:09:30: das ist ein gutes Beispiel dafür wie Stadtentwicklung und Energiewende zusammen wachsen.
00:09:37: gerade in dicht bebauten Innenstädten kann Fernwärme ein sehr effizienter Hebel sein.
00:09:43: und zum Schluss noch einen Blick auf die Kernenergie, genauer gesagt auf den Rückbau.
00:09:49: Das stillgelegte Kernkraftwerk Grunde ist nun brennstofffrei.
00:09:54: der letzte Kastorbehälter hat das Reaktorgebäude verlassen.
00:09:58: damit wurden laut Betreiber mehr als neunundneinzig Prozent der Radioaktivität entfernt.
00:10:04: Das ist ein bedeutender Meilenstein Denn erst damit können weitere Demontage-Arbeiten deutlich einfacher organisiert werden.
00:10:13: Der Rückbau soll bis für das Jahr und drei Jahre abgeschlossen sein, ein langer Prozess und ein Hinweis darauf, dass Energiepolitik oft Jahrzehnte wirkt – nicht nur Legislaturperioden.
00:10:26: Fassen wir zusammen die Märkte bleiben im Bann des Iran-Konflikts Öl-, Gas- und CO² reagieren auf jede diplomatische Andeutung.
00:10:37: Beim Strom drücken starke erneuerbaren Einspeisungen die Preise teils ins Negative.
00:10:43: Deutschland versucht Offshore-Strukturen zu stärken, Polen setzt auf Wasserstoff und beim Effizienzgesetz droht neuer politischer Streit.
00:10:52: Es bleibt also spannend wie fast immer in der Energiewirtschaft Nur selten langweilig oft komplex und manchmal teurer als geplant.
00:11:01: Danke fürs Zuhören!
00:11:03: Abonnieren Sie gern den Podcast, wenn sie morgens kompakt informiert in den Tag starten möchten.
00:11:08: Mehr Informationen gibt's unter eid-aktuell.de.
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